Biographie Lale Andersen

Als Lale auf ein blad einlaufendes Schiff hoffte, schien für sie der Zug lange abgefahren zu sein. Lale Andersen war die Frau, die die erste goldene Schallplatte erhielt, die je in Deutschland verliehen wurde. Am 2.8.1939 nahm sie das Lied vom Mädchen Lili auf, das unter der Laterne auf ihren Freund warten wollte, was auch immer komme. Zu diesem Zeitpunkt war die Geschichte von Fräulein Marleen bereits ein alter Hut. Der junge Soldat Hans Leip, 1915 auf dem Weg zur Ostfront, schrieb dieses Lied für seine Freundin und die seines Kumpels. Die Vornamen der beiden waren Lili und Marleen. Bei ihm hieß das Werk "Lied eines jungen Wachtposten". Als die Platte 1939 durch Lale Andersen gesungen wurde, übernahm der Soldatensender Radio Belgrad das Stück als abendliche Schlußmelodie vor 22.00 Uhr. Schnell wurde der Song nicht nur bei den deutschen Soldaten ein Knüller. Auch Sir Winston Churchill und John Steinbeck sagten damals, dieses Lied sei ihre Lieblingsmelodie. Nach dem Krieg wurde es stiller um Lale, und ihre Zeit schien vorbei, bis sie im Oktober 1960 mit einer deutschen Version von "Never On Sunday", "Ein Schiff wird kommen", in der Hitparade erschien und bis auf Platz 1 vorrückte. Die Numemr erreichte in den US-Charts immerhin Platz 88. Danach war sie erst einmal wieder voll im Geschäft - aber auch festgelegt auf Seemannslieder, auf Matrosen aus Piräus, blaue Nacht am Hafen und rote Lichter in der Hafenbar. Nach 1962 war ihr Ruhm wieder verblaßt. Zehn Jahre später starb sie in Wien.