Biographie Louis "Satchmo" Armstrong

Duke Ellington, einer der ganz Großen des Jazz, hat über Louis Armstrong gesagt: 'Er ist die Inhaltsangabe des Jazz'. Man kann mit fast allen Jazzmusikern sprechen und sie dann fragen, wer sie musikalisch beeinflußt hat - immer ist von Louis Armstrong die Rede. Der Mann war ein Vollblutmusiker, der es liebte, Menschen mit Musik zu unterhalten, sie zu erfreuen. Das machte er schon im Jahre 1907, also, als er gerade sieben Jahre alt war. Er sang auf den Straßen seiner Heimatstadt New Orleans, und Passanten schmissen ihm Pennys zu. Dann lernte er Kornett zu spielen. Später wechselte er zur Trompete, und das hat er ein Leben lang mit dem für ihn typischen Gesang kombiniert. In den frühen 20er Jahren trat er in die Band seines Idols ein - die von Joe 'King' Oliver. Wenig später spielte er mit Fletcher Henderson, und schon ab 1923 hatte er eine eigene Band, die er Louis Armstrong & His Hot Fives nannte. 1932 spielte er zum erstenmal im Londoner Palladium und danach in allen Ländern dieser Erde. Immer wenn er auftrat, kamen die Jazzmusiker der entsprechenden Region, um Louis zu sehen und vielleicht mit ihm zu spielen. Genau das machte er oft und gerne. Später sagte er einmal, daß er zwar nie verstanden habe, was die anderen Mitspieler dann sagten, aber das machte nichts - er liebte auch "Rigoletto" und würde nichts verstehen. Und wenn Musiker miteinander musizieren, dann brauchen sie keine Worte. Voraussetzung ist, daß sie sich gegenseitig akzeptieren. Und Louis zu akzeptieren war kein Problem. Er selbst muß auch als Mensch ein solcher Pfundskerl gewesen sein, daß er seinerseits mit allen konnte. Auch als Filmschauspieler - er stellte sich meist selbst dar - war er erfolgreich. Erinnert sei an "High Society" neben Bing Crosby, Frank Sinatra und Grace Kelly. Louis brauchte nur mit den großen braunen Augen zu rollen, sein blütenweißes Taschentuch aus der Tasche zu zaubern, sein breites Grinsen aufzusetzen und zur Trompete zu greifen - schon hatte er gewonnen. Harry James, ein weiterer populärer amerikanischer Jazztrompeter, gewann einst einen Jazz-Proll und wurde von Journalisten bestürmt, sich dazu zu äußern. Er sagte: 'Wie kann ich nur diesen Preis erhalten, wo es doch Louis Armstrong gibt?' Ob Jazz oder fast schon seichter Pop wie bei "What A Wonderful World", Louis Armstrong nahm mit alles ab. Und auch als er 1959 zusammen mit der kleinen Gabriele "Uncle Satchmo's Lullaby" in englisch/deutsch sang, war er glaubwürdig. Zu den bahnbrechenden Neuerungen, die er in der Jazzmusik einführte, gehörte, daß er den Jazz zu einem Podium für Solisten machte, nachdem er vorher eine Bandangelegenheit gewesen war. Außerdem war er einer der treibenden Kräfte in der Entwicklung des Scat-Gesanges. Vor allen Dingen war er es aber, der die Jazzmusik auch bei dem weißen Puplikum salonfähig machte. Wenn man bedenkt, aus welchen beschränkten Verhältnissen Louis Armstrong stammte, grenzt sein weltweiter Erfolg schon fast an ein Wunder - erreicht hat er ihn durch seine einzigartige Persönlichkeit. Nachdem man lange nichts mehr von Louis in den Hitparaden gehört hatte, verwandte die Bierfirma Guinnes seinen Song aus dem 1969 erschienenen James-Bond-Film "Im Geheimdienst Ihrer Majestät", "We Have All The Time In The World", für ihre Fernsehwerbung. Daraufhin riefen Hunderte Briten bei EMI an und baten um eine Wiederveröffentlichung der Aufnahme, die daraufhin im November 1994 prompt in die britischen Top 10 kam. 1990 wurde Armstrong in die Rock'n'Roll Hall of Fame aufgenommen. Louis und seinem Scat-Gesang setzte 1996 der US-Sänger Scatman John ein Denkmal. Im Video zum Song "Everybody Jam" strahlt Louis mit John um die Wette!