Biographie Joan Baez

Das Durchhaltevermögen dieser 'Königin des Protestes' seit 1959 bis in die 90er Jahre ist schon enorm. Ihre Mutter war eine irische Lehrerein, der Vater ein mexikanischer Physiker. In ihrer Kindheit wurde Joan mit den Rassenproblemen ihres Landes konfrontiert. Wegen ihrer dunklen mexikanischen Hautfarbe wurde sie nicht selten als 'Nigger' beschimpft. Diese Jugendjahre waren wohl prägend und nährten in ihr eine Abneigung gegen jeglichen Konfrontismus. 1959 sang sie zum erstenmal bei Newport Festival. Im Oktober 1960 erschien ihre erste LP, auf der allerdings noch wenig von Protest, dafür mehr von Folk wie "All My Trials" die Rede ist. Nach demselben Strickmuster, fast ausschließlich Traditionals und schottische Balladen, wurde auch ihre zweite LP aufgenommen, die im September 1961 ersachien. Vorher, im April 1961, hatte sie in Gerde's Folk City in Greenwich Village, New York, Bob Dylan kennengelernt, der zu diesem Zeitpunkt ein noch kleineres Licht als sie selbst war. 1962 erscheint eine Live-LP von ihr, die sich in der amerikanischen LP-Hitparade bis auf Platz 10 hocharbeiten kann. Im Mai 1963 ist sie der Topstar beim Monterey Folk Festival in Kalifornien. Mit dabei der von ihr protegierte Bob Dyla. Im Juli 1963 tritt sie wieder beim Newport Folk Festival auf und stellt dem Publikum Bob Dylan vor. Fest stehr, daß Joan Baez Anfang der 60er Jahre die erfolgreichere Künstlerin war und somit Bob Dylan auf die Sprünge geholfen hat. Es scheint, daß sie auf Plattenproduktionen recht wenig Wert legte und statt dessen ihre Energie lieber in Humanitäre Aktionen und Aktivitäten steckte. Joan Baez schaffte es, zum Synonym des sozialen Engagements für eine ganze Generation zu werden. Sie nutzte die Popularität, die sie durch ihre Platten erhielt, um für die Menschenrechte zu kämpfen. Sie war präsent bei Live Aid, ging mit auf die Amnesty-International-Tour, marschierte mit Martin Luther King in Mississippi, sang für Sacharow in Moskau und arbeitete mit und für diverse Bürgerrechtsbewegungen. In mehr als dreißig Jahren sind über fünfzig Langspielplatten erschienen, und musikalisch orientiert sie sich inzwischen an der aktuellen Musikentwicklung. Auf der 1988 erschinenen LP "Recently" nimmt sie Coverversionen von Titeln, die Peter Gabriel, U2 oder Dire Straits geschrieben haben, auf. Ihr 1989er Album "Peaking Of Dreams" ist durchaus autobiographisch zu sehen. Im Song "China" setzt sie sich mit den blutig niedergeschlagenen Studentenrevolutionen auf dem Platz des Himmlischen Friedens auseinander. Für das Duett "El Salvador" konnte sie Jackson Browne gewinnen. Auf dieser CD ist auch eine Version des Klassikers "My Way" zusammen mit den Gypsy Kings. Der 'Stern' schrieb unter der Überschrift 'Die unbeirrbare Johana': 'Joan Baez wird oft die Mutter der Popmusik genannt, doch die kleine Frau mit der großen Stimme sieht sich selbst als Politikerin.' 1992 veröffentlichte sie ihre hervorragende CD "Play Me Backwards".