Biographie Beatles

Bei dieser Band wird in den meisten Fällen mit Superlativen nicht gegeizt. Die Literatur ist mannigfaltig und umfangreich. Wann die Beatles was und warum gemacht haben, läßt sich fast auf den Tag genau nachvollziehen. Drum hier am anfang zwei Zahlen, die verlüffend für diejenigen sind, die die Zeit der Beatles nicht erlebt haben, auf der anderen Seite von ihren Eltern vom Stellenwert dieser Formation gehört haben. Zwischen Oktober 1962 und März 1970 veröffentlichten die Beatles 22 Singles. In einem ähnlich kurzen Zeitraum sind 13 LPs und 14 EPs erschienen. Auf den EPs ist in der Regel schon wieder Material, das auf Single oder LP vorliegt. Das war es. Mehr haben sie offiziell nicht herausgebracht. Und wer diese Platten hat, hat das Beste der Beatles zu Hause stehen. Sogenannte 'Rare' oder 'Ultra Rare Tracks' sind völlig überflüssig und geben in den meisten Fällen auch nicht das wieder, was die Gruppe für veröffentlichungswürdig befand. Man kann gegen Tooblegs rechtliche Bedenken haben, aber Schwarzpressungen kommen auf den Markt gegen die ausdrücklichen Interessen und Wünsche der Interpreten und sind somit vom moralischen Standpunkg her ein Schlag ins Gesicht der Künstler. Als am 5.10.1962 mit "Love Me Do/P.S. I Love You" die erste Single der Beatles erschien, waren sie keinesfalls mehr Frischlinge in der Szene. Wie viele britische Musiker hatten sie die Ochsentour durch 'Top Ten', 'Star-Club' und andere Etablissements hinter sich; hatten in Löchern gehaust; hatten sich mit 'Hallo Wach' im Stundenrythmus durch die Tage gequält, hatten mit Stu Sutcliffe in Hamburg einen Mitspieler aus den Anfangstagen verloren. Als die Beatles nach einem Gastspiel im Star-Club nach Liverpool zurückkehrten, blieb Stu in Hamburg, um Malerei zu studieren. Bei ihrer Rückkehr nach Hamburg am 11.4.1962 mußten sie erfahren, daß Stu einen Tag zuvor an einem Gehirntumor gestorben war. Zwei Tage später, am 13. April, wurde der legendäre Star-Club mit dem Plakat eröffnet: 'Die Not hat ein Ende! Die Zeit der Dorfmusik ist vorbei!' Am 22./23.6.1961 hatten die Beatles in der Hamburg-Hamburger Friedrich-Ebert-Halle unter dem Produzenten Bert Kaempfert als Begleitmusiker von Tony Sheridan und auch ohne ihn einige Stücke aufgenommen. Darunter war die Nummer "My Bonnie", die Ende 1961 immerhin bis auf Platz 32 in der deutschen Hitparade kam. Allerdings - auf der Plattenhülle werden die Beatles nicht einmal erwähnt, und auf der Platte selbst steht tony Sheridan & The Beat Brothers. Bert Kaempfert, der ja in den Jahren danach bewies, daß er einen guten Riecher für erfolgreiche Musik besaß, hat das musikalische Potential der Beatles nicht erkannt. So sollte es der Band auch gehen, als sie am 1.1.1962 bei der Plattenfirma Decca ein Probeband aufnahm. Die Zeit der Gitarrenbands sei vorbei, wurde ihnen gesagt, und damit waren sie abgelehnt. Ende Oktober 1961 woll ein potentieller Plattenkäufer in dem Schallplattengeschäft NEMS im Liverpooler Stadtteil Whitechapel nach der Platte "My Bonnie" von den Beatles gefragt haben. Der Geschäftsführer hieß Brian Epstein. Er besorgte dieses merkwürdige Stück und verkaufte innerhalb kürzester Zeit 200 Exemplare. Anfang Dezember 1961 traf er sich mit der Gruppe und schlug vor, Ihr Manager zu werden gegen eine Beteiligung von 25 Prozent an all ihren Einkünften. Er besorgte den Beatles die Probeaufnahme im Decca-Studio. Er war es auch, der am Ball blieb und ihnen am 6.6.1962 einen Vorspieltermin bei Parlophone besorgte. Die Beatles spielten also in ihren Anfangstagen zu fünft. Und selbst eingefleischte Fans von John, Paul, George und Ringo sind der Meinug, daß Stu Sutcliffe und Pete Best in den Anfangstagen der Band die Puplikumslieblinge der Gruppe waren. Stu hatte was von Jeames Dean, Pete von Eddie Cochran. Stu blieb in Hamburg, verlobte sich mit Astrid Kirchherr und starb. Pet Best wurde im wahrsten Sinne des Wortes aus der Gruppe hinausgeekelt, bevor die erste offizielle Single erschien. Bei den Probeaufnahmen für Parlophone im Juni 1962 war er noch dabei. Als die Beatles zur ersten regulären Aufnahme erschienen, hatten sie den Nachfolger Ringo Starr am Schlagzeug sitzen. Der wiederum überzeugte den Produzenten George Martin nicht. Wohl aus diesem Grund hatte er bereits einen Ersatzdrummer mitgebracht. Daß sich Ringe im Laufe der Jahre zum Knuddel-Beatle entwickeln würde, konnte man nicht ahnen. Die erste Single der Beatles war auch noch nícht der absolute Renner aber schon "Please Please Me", veröffentlicht am 11.1.1963, wurde ein Platz 2 und "From Me To You", genauf vier Monate später auf den Markt gebracht, ein Platz 1 in der britischen Hitparade. Von diesem Zeitpunkt an bis Mitte 1970 dominierten die Beatles weltweit die Hitparaden. Bemerkenswert ist der musikalische Wandel der Gruppe - zwischen "Love Me Do" und "Let It Be" liegen Welten. Als sich die Gruppe im April 1970 trennte, war sich niemand bewußt, daß damit ein Katalysator für die Entwicklung der Pop-Musik verlorengegangen war. Wer auch immer in den 60er Jahren versucht hat, im Popgeschäft Fuß zu fassen, lehnte sich an die Entwicklung an, die die Beatles vorgaben. Viele amerikanische Gruppen versuchten, britischer als die Beatles zu klingen, und schafften es nicht. Viele britische Bands inklusive der Rolling Stones beobachteten genau, was con den vier aus Liverpool als Marschrichtung vorgegeben wurde. Bis in die 70er und 80er Jahre reicht der Einfluß der Beatles, und wer immer mal einen Spitzenreiter in GB hatte, wurde schon mit ihnen verglichen, und alles sprach von einer neuen 'Beatlemania'. Bei manchen Interpreten, wie z.B. den Bay City Rollers oder der Gruppe Knack, eine absolute Frechheit. Wie viele Platten die Beatles inzwischen verkauft haben, dürfte nur sehr schwer nachzuvollziehen sein. Gerade mit der aufkommenden CD wurde der Gesamtkatalog noch einmal neu veröffentlicht, und bei einer solchen Gelegenheit wird festgestellt, daß allein Paul McCartney in der Nach-Beatles-Zeit doppelt soviel Platten herausbrachte wie die Beatles. 1988 wurden die Fab Four in die Rock'n'Roll Hall of Fame aufgenommen.
Am 30.11.1994 veröffentlichte die EMI weltweit ein angeblich neues Album. Darauf zu hören 56 Songs, die die Beatles in den frühen 60er Jahren für die BBC aufgenommen hatten. George Martin bearbeitete die Nummern, die sicher nur für den harten Kern der alten Beatles-Fans gedacht waren. Der jedoch hatte die meisten Nummern schon als Schwarzpressung in der Sammlung. Als Single erschien die alte Bacharach-David-Nummer "Baby It's You", die sich am 1.4.1995 auf Anhieb unter den ersten 10 der britischen Charts plazierte. 1995 kam eine TV-Serie über die Geschichte der Fab Four in die Glotze, zu der eine Soundtrack-CD-Box mit dem Titel "Beatles Anthology" erschien. Hierzu gingen die drei überlebenden Beatles ins Studio und nahmen neue Songs auf. Grundlage waren alte Bänder, die John Lennon einst als Demos aufgenommen hatte. Als erste Veröffentlichung kam im Herbst 1995 die Single "Free As A Bird" in die Plattenläden und in die Charts. Schließlich erschien pünktlich zum Weihnachtsfest 1995 die Doppel-CD "Anthology 1", die in etlichen internationalen Albumcharts auf Platz 1 einstieg. Allein in den USA wurden bereits nach wenighen Wochen Platin vergeben - insgesamt wurden bisher über 6 Millionen Exemplare verkauft. Im Frühjahr 1996 kam dann "Anthology 2" - auch diese Doppel-CD erreichte wiederr Spitzenpositionen. Diesmal war als Appetithäppchen die Single "Real Love" auf den Markt gekommen, die insgesamt gesehen schlechter abschloß als "Free As A Bird" und auch langweiliger war. Und auch "Anthology 3" wurde wieder ein internationaler Verkaufserfolg - obwohl nun langsam die Luft raus war. Allen drei Anthologien war gemein, daß sie bisher unveröffentlichtes Material beinhalteten, das aber trotzdem auf der einen oder anderen Bootleg-CD schon einmal zu hören war. Meist waren es die Versionen von bekannten Nummern, die die Beatles damals als nicht so gut wie die empfanden, die dann veröffentlicht wurde. In manchen Fällen muß allerdings heute eingeräumt werden, daß die Beatles auch mal danebenlagen. Alles in allem wurde durch die sechs Anthology-CDs erneut der hohe Stellenwert der Beatles in der Popgeschichte dokumentiert. Und ehrlich: So manche verworfene Version eines Titels von damals ist unglaublich viel besser als das, was Ende der 90er Jahre manchmal auf Platz 1 in irgendwelchen Charts stand! Die Grammy-Verleihung 1997 brachte den Beatles drei Preise: "Free As A Bird" wurde als bester Popgesang einer Gruppe ausgezeichnet. Zwei Preise erhielten sie für die besten Musikvideos. Als Ende April 1997 nachgerechnet wurde, welche Popstars im Jahre 1996 das meiste Geld verdient hatten, lagen die Beatles mit einer Einnahme von 48 Millionen Pfund 27 Jahre nach ihrer Auflösung auf Platz 1! Auf den nachfolgenden Rängen: Oasis mit 25 Millionen Pfund, Queen mit 20, Pink Floyd mit 15, George Michael und die Rolling Stones mit jeweils 13, Sting mit 12, Rod Stewart mit 11 und Bush und Simply Red mit jeweils 9,5 Millionen Pfund.