Biographie Bee Gees

Musikalisch war das, was die Bee Gees in ihrer ersten Erfolgsphase brachten, eintönig und sehr gleichförmig. Auf einen Sound eingeschworen, werden viele Musiker erst wach, wenn es schon zu spät ist. In der Karriere der Bee Gees gab es mehrere Einbrüche - und die waren immer darauf zurückzuführen, daß sie sich zuwenig von der Stelle rührten. Ehe es bemerkt wurde, hatten sich das Puplikum und der Geschmack in andere Richtung bewegt. Dazu kommt, daß eine Schicht von Fans gestern vielleicht noch treu zu ihren Idolen stand, heute aber schon ganz andere Interessen hat. Die Bee Gees hatten zwischen 1967 und 1970 einen enormen Erfolg. Was dann kam, war, wie 'Die Welt' schrieb, 'ein Witz, über den sie selbst nicht mehr lachen mochten'. Zugegeben, mit den Kritikern hatten es die teilweise simplen und dabei doch sehr erfolgreichen Melodien der drei Brüder nie ein fach. Dazu kamen einfältige Texte, mit denen die Gruppe sich stets als gerade gut genug für den Teeniemarkt qualifizierte. Aber nicht die Kritiker entscheiden über den Verkaufserfolg einer Platte, sondern die Käufer. Und die haben sich in den ersten drei Erfolgsjahren der Band so häufig für deren Produkte entschieden, daß die drei danach ausgesorgt hatten. Barry und die Zwillinge Maurice und Robin wurden auf der Isle of Man geboren. Sie wuchsen in Manchaster auf und absolvierten dort noch als Vor-Teens im Dezember 1955 ihre ersten Auftritte. 1958 emigrierte die Familie nach Australien. In ihrer neuen Heimatstadt Brisbane machten die Brüder genau da weiter, wo sie in Manchaster aufgehört hatten. Einem Mann namens Bill Goode gehörte in der Nähe von Brisbane der Speedway Circus - zwischen den einzelnen Autorennen traten die Jungs auf. Bill Goode brachte die drei mit dem lokalen Diskjockey Bill Gates zusammen. Und ab jetzt - man betrachte die Initialen BG bei Rennpistenbesitzer, Plattenaufleger und den Brothers Gibb - gab es die Bee Gees. 1963 erschien mit "Three Kisses Of Love" die erste Platte der Bee Gees. 1966 wurden sie in Australien zur beliebtesten Gruppe gewählt. Aber dieser riesige Kontinent mit seinen nur knapp 16 Millionen Einwohnern war der Band für ihre ehrgeizige Pläne zu dünn besiedelt. Zu diesem Zeitpunkt war die Welt der Beatles-Fans noch in Ordnung. Platte nach Platte erschien und kam in die Hitparaden. Aber hinter den Kulissen wußte das Management um die Querelen innerhalb der Band. Und sollten die Beatles vielleicht nicht in den nächsten Monaten auseinanderdriften, für den Teeniemarkt waren sie mit LPs "Stg. Pepper" auf jeden Fall verloren. Der Sergeant erschien bekanntlich am 26.5.1967. Es galt, Nachfolger für die zu erwartende Lücke zu finden. Die Beatles wurden durch NEMS Enterprises vertreten, die der Gruppe slebst und ihren Manager Brian Epstein gehörten. Ein Direktor der Firma war Robert Stigwood - und der hatte die Bee Gees, nachdem sie in Australien mit der Nummer "Spicks And Specks" souverän die Hitparade anführten, nach London zum Vorspielen eingeladen. Sie überzeugten, erhielten einen lukrativen Plattenvertrag, und die Weltkarriere begann. Während dieser Anfangsjahre in England bestanden die Bee Gees aus fünf Musikern. Neben den Brüdern spielten noch Vince Melouney, g, und Colin Peterson, d. Der erste Erfolg der Band war Mitte 1967 "New York Mining Desaster 1941", im Herbst desselben Jahres kam "Massachusetts" und wurde Nummer 1 in GB und Deutschland. Jetzt ging es Schlag auf Schlag. Hit auf Hit. Zu ersten Schwierigkeiten innerhalb der Band kam es schon Ende 1968. Maurice verkündete, es sei durchaus möglich, daß sich die Gruppe innerhalb der nächsten zwei Jahren auflösen würde. Melouney ging im März 1969 und schrieb und produzierte für Ashton, Gardner & Dyke. Peterson wurde im September desselben Jahres rausgeschmissen. Robin hatte sich mit seinen Brüdern zerstritten und versuchte sich als Solist. Barry und Maurice zogen nach, waren aber recht erfolglos. Im Dezember 1970 kamen die drei wieder zusammen. Robin erzählte dem Time Magazine: 'Wären wir nicht miteinander verwandt, wir wären nie wieder zusammengekommen'. In den USA sind die drei weiter erfolgreich. In Europa bröckelt der Erfolg, und 1974 sind sie mitten in ihren Karrieretief. Dann stellen sie im April 1975 eine neue Begleitband mit dem Gitarristen Alan Kendall, dem Drummer Dennis Bryon und dem Tastenspieler Blue Weaver zusammen und erleben den zweiten Aufwind. "Jive Talkin'" wird im August 1975 Spitzenreiter in den USA. Vom weichen Sound der ersten Phase haben sie sich zu Discokönigen entwickelt. "You Should Be Dancing" führt geradewegs zum Film "Saturday Night Fever" und Songs wie "Stayin' Alive" oder "Night Fever". Die Bee Gees sind Top. Das Auf und Ab geht weiter: 1981 sind sie wieder auf dem Boden angelangt, und in den 80er Jahren kam manch gute, aber auch manch miese Platte der Brüder. 1989 haben sie mit "One" nach zehn Jahren mal wieder einen Top-10-Hit in den USA. Als Songschreiber und Produzent hat sich vor allem Barry Gibb etabliert - und was die Brüder bis in die 90er Jahre an Umsätzen gemacht haben, dürfte für mehrere Leben reichen, dann alleine ihrer LPs wurden über 100 millionenmal verkauft, aber Größe ist nicht alles: "Size Isn't Everything" hieß eine weitere Albumvberöffentlichung des Trios Ende 1993. Darauf befand sich die Single "For Whom The Bell Tolls", die ihnen zumindest in GB wieder einen Top-10-Hit bescherte. 1996 hielten zwei Kompositionen der Bee Gees die Spitze der britischen Charts: Take That und Boyzone hatten mit "How Deep Is Your Love" und "Words" Hits des Trios nachgesungen. Im März 1997 kam ihr neues Album "Still Waters", mit dem eine Welttournee eingeläutet wurde. Die Singleauskopplung "Alone" brachte den Bee Gees einen weiteren Too-10-Hit in Europa. Im Januar desselben Jahres erhielten sie den American Music Award für ihr Lebenswerk, im Februar den Brit Award für ihren außergewöhnlichen Beitrag zur Musik. Im Mai wurden sie in die Rock'n'Roll Hall of Fame aufgenommen. Neben Elvis Presley, den Beatles, Michael Jackson und Paul McCartney gehören sie zu den fünf erfolgreichsten Schallplattenkünstlern aller Zeiten.