Biographie Harry Belafonte

Daß Unterhaltungskünstler nicht zwangsläufig Einfaltspinsel sein müssen, beweist Harry Belefonte seit vielen Jahren. Er setzt sich ein für den Frieden auf der Welt, für Schwarze und Indianer und gegen Apartheid. Harry war einer der Initatoren des Schallplattenprojektes "We Are The World", das Millionen Dollar an Spenden für die Hungernden in Afriak einbrachte. Er ist mehrfacher Ehrendoktor und Träger des Martin-Luther-King-Friedenspreises. Und er sit König - König des Calyspo. Harold George Belafonte wurde in New York geboren. Seine Vater war ein Matrose aus Martinique, seine Mutter eine Hilfsarbeiterin aus Jamaika. Die ersten acht Jahre seines Lebens verbrachte er in einer Gegend, die in einem Menschen das soziale Bewußtsein schärfen kann: im Schwarzenghetto Harlem. Danach lebt er für fünf Jahre auf Jamaika und kehrt wieder nach New York zurück. Nach der High-School folgen drei Jahre US Navy und erste Schauspielversuche. Wie wir alle wissen, genügt es ja nicht, Talent zu haben, dazu muß noch eine gehörige Portion Glück und Zufall kommen. Mitte der 50er Jahre war in den USA, neben dem aufkommenden Rock'n'Roll für die Jugendlichen, für die Älteren als neuester Tanzstil Calypso angesagt. Dieser Tanz hatte sich in der Karibik, insbesondere auf Trinidad und Tobago, auf der Basis afrikanischer Musik entwickelt. Viele, denen Rumba und Cha-Cha zu schnell und Tango zu obszön war, konnten jetzt wieder mithalten. Die ersten, die in den USA einen Riesenhit mit einem Calypso hatten, waren schon 1945 die kreuzbraven Andrews Sisters mit "Rum And Coca-Cola". Harry Belafonte hatte seine erste Hitnotierung Ende 1952 mit dem Titel "Scarlet Ribbons (For Her Hair)". Mit zwei Freunden schrieb er auf der Basis von Folksongs Stücke wie "Banana Boat (Day-O)", "Jamaica Farewell", "Star-O" oder "Come Back Liza". Und alle diese Liede waren auf der LP "Calypso" zu finden, die 1956 zum absoluten Knüller des Jahres wurde, trotz der Hochzeit des Rock'n'Roll. Die LP stand 31 Wochen auf Platz 1 der US-LP-Charts. Zum Vergleich: Die erste LP von Elvis, fast zur selben Zeit erschienen, hielt sich mal eben zehn Wochen an der Spitze. Zum Erfolg der Platte hatte sicher beigetragen, daß der Film "Carmen Jones", in dem Belafonte eine Hauptrolle spielte, ein Kassenknüller war. Ein Pilot heiratet eine Fabrikarbeiterin und erwürgt sie, als sie ihm untreu wird - war wohl ein ganz anderer Offizier und Gentleman. Harry Belafonte spielte den Piloten, Dorothy Dandridge die Fabrikarbeiterin. 1957 kam mit "Island In The Sun" ein zweiter erfolgreicher Film mit Harry in der Hauptrolle in die Kinos. Belafonte wurde in den 80er Jahren öfters mit politischen Ämtern in Verbindung gebracht. Dem widerspricht seine Aussage, er wolle sich nicht von einer Partei einspannen lassen. Inzwischen gibt es mit seiner Tochter Shari die nächste Generation Belafonte im Showgeschäft. Über Titelseiten von Hochglanzgazetten, auf denen sie als schmucker Kleiderständer posiert, und die Rezeption eines Hotels in San Francisco kam sie zu LP-Ehren. Das Aussehen des Vaters hat sie, mit der Stimme hapert es. Allerdings sagte Harry auch: 'Ich bin kein großartiger Sänger. Ich binein Interpretierer von Liedern, mehr eine Art Schauspieler. Und da bin ich eigentlich sehr glücklich, daß man meine Stimme auch als Sänger akzeptiert.'