Biographie Pat Boone

Zwischen all den Rockern, die sich in den Hitparaden durchgesetzt hatten, tauchte immer wieder ein Name auf, der für ein sauberes, ehrliches Amerika stand: Pat Boone, der ein weitläufiger Verwandter des alten Waldläufers Daniel Boone ist. Daniel hatte sich für ein großes und starkes Amerika die Füße plattgelaufen - sein Ur-Ur-Urenkel wollte es mit allen Mitteln erhalten. 1955, als Elvis noch in Memphis auf Dorffesten spielte, hatte Pat Boone seinen ersten großen Hit: "Ain't That A Shame" - ein Titel, den der Farbige Fats Domino geschrieben und ebenfalls aufgenommen hatte. Das saubere Amerika setzte sich durch, und die Version vom Clean-Cut-Boy Pat wurde der größere Erfolg, obwohl die Nummer von Fats stärker war. Boone spielte seine größte Stärke bei allen folgenden Titeln immer wieder aus: sanfte, zarte Stimme, die von Friede, Freude, Eierkuchen sang und sich deutlich vom Rock'n'Roll zu unterscheiden suchte. Anfang 1956 wollte er dann doch mal kurz auf der Rock'n'Roll-Zug springen und nahm die Titel "Tutti Frutti" und "Long Tall Sally" auf. Nicht, daß das nun keine Hits wurden, aber mit der zarten Masche lag er besser. Und die verfolgte er konsequent. Bis ins Jahr 1963 tauchte er regelmäßig mit Titeln wie "I Almost Lost My Mind", "Don't Forbid Me", "Love Letters In The Sand", "April Love" oder "Moody River" - alles Nr.-1-Hits in den USA - in den internationalen Hitparaden auf. Auch seine deutschen Fans kamen mit Songs wie "Speedy Gonzales" oder "Memphis Tennessee" auf ihre Kosten. Dann wurde auch er ein Opfer der Beatles, die in GB wie in den USA Wegberieter für den britischen Beat waren. Und jetzt war Boone nun wirklich zu alt, um darauf einzuschwenken. Außerdem war er nun mal kein Brite. Über viele Jahre tourte er mit seiner Frau und seinen Töchtern, darunter Debby Boone, und irgendwann hörte man nichts mehr von ihm. Plötzlich im Frühjahr 1997 veröffentlichte er eine neue CD mit dem Titel "No More Mr. Nice Guy". Der Titelsong war im Original ein Stück von Alice Cooper und damit wurde auch der Untertitel der CD - 'In A Metal Mood' - erklärt. Pat Boone sang Jazz- und Big-Band-Coverversionen!!! von Heavy-Metal-Nummern wie "Smoke On The Water" von Deep Purple, "Enter Sandman" von Metallica oder "Stairway To Heaven" von Led Zeppelin. Begleitet wurde er auf dieser Platte von Jazzmusikern, aber auch von Richie Blackmore, Dweezil Zappa, dem Sohn von Frank, oder Ronnie James Dio. Das ist ungefähr so, als würde Peter Alexander eine CD mit den größten Hits der Toten Hosen, der Doofen, der Bates und der Ärzte aufnehmen, ohne dabaei ganz auf sene kleine Kneipe zu verzichten. 1998 kam Pat wieder mit einer neuen Idee. Er hatte eine Million Dollar gesammelt, mit dem er jetzt sien 'Gold Label' gründen wollte. Boone wollte damit ehemals erfolgreichen Künstlern wie Al Martino oder Perry Como unter Vertrag nehmen, die wegen mangelndem kommerziellen Potential keinen Plattenvertrag mehr hatten oder bekamen - wie Pat wohl selbst auch.