Biographie Drifters

Bilder der Drifters zeigen ein Quartett. Im Laufe des langen Bestehens dieser Band wurden insgesamt 28 Mitglieder aufgelistet. Konstante in der Gruppe dürfte Johnny Moore sein, der erstmals im August 1955 zur Band kam. Zwischendurch verließ er die Gruppe mehrere Male, war aber doch bis in die 80er Jahre mit dabei. Gegründet wurden die Dirfters Mitte 1953, als Ahmed Ertegun Clyde McPhatter, der gerade als Leadsänger der Dominoes gefeuert wurde, unter Vertrag nahm. Um ihn herum baute er eine neue Band, deren erste Plattenaufnahmen ausgesprochen schlecht gewesen sein müssen. Mit neuen Sängern um McPhatter nahmen sie im August desselben Jahres einen zweiten Anlauf und produzierten "Honey Love". Im Oktober 1954 kam der Titel in die Popcharts, erreichte zwar nur Platz 21, wurde aber trotzdem ein Millionseller. Die Besetzung dieser Formation bestand neben McPhatter aus Gerhart Thrasher, Andrew Thrasher und Bill Pinckney. Im April 1954 wurde Clyde zur Armee eingezogen und durch Dave Baughan ersetzt. Ab 1956 war Clyde als Solist erfolgreich. Die restlichen Dirfters fielen in die Bedeutungslosigkeit zurück. Daran konnte auch der neue Leadsänger Johnny Moore nichts ändern. Im Juni 1957 kam mit Bobby Hendricks wieder ein neuer Leadsänger. Der Manager der Gruppe, George Treadwell, besaß Ende der 50er Jahre die Rechte an dem Namen Drifters, war aber mit dem, was aufgenommen und gesungen wurde, nicht mehr einverstanden. Mitte 1958 schmiß er alle Mitglieder raus und verpflichtete eine andere Gesangsgruppe, die Five Crowns, aus denen er die Drifters machte. Damit hatte die Gruppe in Ben E. King einen neuen Leadsänger. "There Goes My Baby" wurde Mitte 1959 Platz 2 in den USA, "Save The Last Dance For Me" im September 1960 der nächste Hit. Jetzt schien die Zeit gekommen, Ben E. King als Solisten zu vermarkten. Für ihn kam Rudy Lewis zur Gruppe. Der starb 1964 nach einem Herzanfall - für ihn kam für zwei Jahre Charley Thomas. Bis Mitte der 60er Jahre hatten die Drifters mit "Up On The Roof" 1962, "On Broadway" 1963 und "Under The Boardwalk" 1964 weitere Top-10-Erfolge. Nach 1966 wurden sie in den USA nicht mehr verzeichnet. In GB begann 1972 eine Renaissance der Drifters. Zuerst wurde im April die Doppel-A-Seite "At The Club/Saturday Night At The Movies" ein Platz 3, vier Monate später "Come On Over To My Place" Platz 9. In beiden Fällen handelte es sich um wiederveröffentlichtes Material. Nun unterschrieben die Drifters - wieder unter dem Leadsänger Johnny Moore - einen neuen Plattenvertrag mit dem britischen Ableger von Bell Records. Roger Cook, Roger Greenaway, Geoff Stephens, Barry Mason, Les Reed und Tony Macaulay, die erste Garde birtischer Songschreiber und Produzenten, kümmerten sich nun um diese amerikanische Gruppe. Mit "Like Sister And Brother" 1973, "Kissin' In The Back Row Of The Movies" und "Down On The Beach Tonight" 1974, "There Goes My First Love" und "Can I Take You Home Little Girl" 1975 und "You're More Than A Number In My Little Red Book" 1976 hatten sie weitere Top-10-Erfolge in GB. Schon nach den ersten Aufnahmen mit den Drifters waren die Produzenten Cook/Greenaway der Meinung, man sollte zwar Johnny Moore und Bill Fredericks auf den Platten weitersingen lassen, auf die anderen Musiker könne man jedoch verzichten. So kommt es, daß der britische Allround-Studiosänger Tony Burrows und Roger Greenaway auf allen Hits der 70er Jahre Vokalparts übernahmen. In den 80er Jahren - inzwischen war auch Ben E. King zeitweise wieder Mitglied bei der Band - zogen die Drifters immer noch durch die Clubs. 1988 wurden sie in die Rock'n'Roll Hall of Fame aufgenommen.